
Bruno Jacobfeuerborn, Geschäftsführer Technology T-Mobile
connect: Herr Jacobfeuerborn, Sie sind bei der Telekom für die Netzqualität und den Netzausbau zuständig. Was steht ganz oben auf Ihrer Agenda?
Bruno Jacobfeuerborn: Die Bundesnetzagentur hat kürzlich die Rahmenbedingungen für die Versteigerung der frei werdenden Frequenzbänder, der sogenannten digitalen Dividende, definiert. Das war für uns ein wichtiges Signal, um weiter in den Netzausbau und höhere Bandbreiten zu investieren.
connect: Befürchten Sie, dass bei der Vergabe der digitalen Dividende Teilnehmer bevorzugt werden?
Bruno Jacobfeuerborn: Wir wollen den Breitband-Ausbau in Deutschland voranbringen. Deshalb unterstützen wir die Bundesregierung, die mehr Breitband fordert und verlangt, dass bis 2015 75 Prozent der Bevölkerung mit 50 Megabit/s und mehr versorgt wird. Die digitale Dividende ermöglicht uns, durch die Kombination von Mobil- und Festnetz die Breitbandversorgung in ländlichen Gebieten sicherzustellen.
connect: Chefregulierer Matthias Kurth legt den Netzbetreibern nahe, zu kooperieren. Man könne sich die Infrastruktur bei LTE teilen, auch beim Glasfaserausbau. Wie stehen Sie dazu?
Bruno Jacobfeuerborn: Natürlich wägen wir ab, inwiefern Kooperationen in der Technik sinnvoll sind. Wenn wir etwas gemeinsam tun können, werden wir schauen, ob es Sinn macht.
connect: Haben Sie schon einen Kooperationspartner wie etwa Vodafone oder Telefonica ins Auge gefasst?
Bruno Jacobfeuerborn: Nein.
connect: Vorausgesetzt, Sie erhalten die Lizenz, wovon wir ausgehen, wann starten Sie mit dem LTE-Ausbau?
Bruno Jacobfeuerborn: Wir arbeiten schon heute intensiv an der nächsten Generation des Mobilfunks und sind Vorreiter der Branche auf dem Weg zum Next Generation Mobile Network, mit dem fünf- bis zehnmal höhere Bandbreiten als bisher möglich sein werden. Wir haben noch keine Entscheidung zum Ausbau getroffen. Zunächst kommt es darauf an, die lizenzrechtlichen Rahmenbedingungen zu klären.
connect: Und wie sieht’s mit den Endgeräten bei LTE aus? Befürchten Sie hier zunächst einen Engpass wie weiland beim Start von UMTS?
Bruno Jacobfeuerborn: Dafür gibt es die Initiative NGMN (Next Generation Mobile Network), in der wir gemeinsam den Standard festlegen. So können wir auch den Endgeräteherstellern klarmachen, dass der Netzstandard realisiert wird und es sich für sie lohnt, zu investieren und die entsprechenden Endgeräte rechtzeitig zu liefern.
connect: Wie sehen die Investitionen für den LTE-Ausbau im Vergleich zu UMTS aus? Ist das Ganze weniger aufwendig, weil man die vorhandenen Antennenstandorte aufbohren kann?
Bruno Jacobfeuerborn: Wir wollen den Antennenwald nicht unbedingt vergrößern. Wo es möglich ist, werden wir die neue Technologie draufsetzen. Wir werden so kostensparend wie möglich agieren.
